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Interview mit Nicolas Rosner

Hallo Nic,

als unser erster Teamfahrer möchten wir Dich natürlich auch gerne unseren Mitgliedern etwas näher bringen. Und was bietet sich mehr an als ein kleines Interview, damit unsere Leser ein Blick in Deine Welt und die Welt des Bodyboardens werfen können. Ich hab hier mal 10 Fragen um einen kleinen Einblick in Dein Leben zu bekommen.

Wo und wann wurdest Du geboren? Was verbindet dich mit Deutschland?
Ich wurde 1985 in Lissabon Portugal geboren. Meine Mutter stammt aus Deutschland, deshalb besitze ich einen deutschen Pass. Mein Vater ist Amerikaner, die beiden sind vor knapp 30 Jahren mit einem Hippy Bus durch Europa gefahren. Sintra hat Ihnen zu der Zeit sehr gut gefallen und so sind Sie dort geblieben. Zu meinem Glück, sonst wäre ich wahrscheinlich nie am Meer aufgewachsen.

Wie bist Du zum Bodyboarden gekommen und wie Alt warst Du damals?
Ich war ungefähr 7 Jahre alt als ich mit einem Styropor Brett die ersten Schaumwellen hier am Praia Grande genommen habe. Ein Jahr später hatte ich das Glück, dass mein Nachbar (der damals schon ein sehr guter Boarder war und heute immer noch zu einem der besten in Portugal gehört) seine alten Sachen verkaufen wollte um neue zu kaufen. Also habe ich ihm damals für umgerechnet 30 Euro ein altes Manta Wingnut Board und einem OTW 3/2mm Neo voller Löcher abgekauft. Meine Eltern haben mir damals ein paar neue Redley Fins gekauft und ich bin sofort runter zum Magoito Strand gegangen um alles auszuprobieren. Wobei mir die Wellen nach 10 Minuten eine Flosse vom Fuß gerissen haben, welche dann aber später wieder gefunden wurde. Am Magoito Strand war die Bodyboard Szene sehr stark zu der Zeit. Alle waren älter als ich. Man konnte dort sehr gut im Winter trainieren, wenn die anderen Strände zu große Wellen hatten.

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Seit wann fährst Du Contests und wie war das erste Mal?
Ich bin mit 11 meinen ersten Contest gefahren und ich erinnere mich das ich sehr nervös war, was ich heut zu Tage vor den meisten Heats auch noch bin. Das Contest fahren hat mich sehr motiviert besser zu werden, Jedes Mal, wenn ich verliere und andere Bodyboarder sah die besser als ich sind, dachte ich mir das muss ich auch können. So trainierte ich noch härter und verbesserte mich im Laufe der Jahre.

Wie ist das Leben als Profi Bodyboarder?
Na ja, ich würde mich vielleicht nicht als Profi Bodyboarder bezeichnen, da ich noch nicht nur von Contest Preisgeld und Sponsorengeld leben kann. Aber mein Leben läuft 100%ig um das Meer und um Bodyboarden. Man ist immer auf der Suche nach neuen, größeren Wellen. Immer beim Swell Karte analysieren um herauszufinden wo die besten Wellen brechen werden. Es gehört viel Auto fahren dazu um Spots zu checken. Viel Geduld und Training.

Wie sieht Dein Trainingsplan aus?
Zu meinem Trainingsprogramm gehören Yoga Stunden, die mir sehr helfen meinen Körper so elastisch wie möglich zu halten. Jeden Tag viele Stunden im Wasser zu verbringen, oft 5 bis 6 Stunden am Stück. Egal ob die Wellen gut oder schlecht sind. Und dies das ganze Jahr lang. Vor Jeder Bodyboard Session mache ich eine Serie von Dehn- und Aufwärmübungen und esse sehr ausgewogen. Das heißt kein Fast Food oder Zuckergetränke.

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Was machst Du außerhalb der Wettkämpfe?
Außerhalb der Wettkämpfe arbeite ich an meiner Bodyboard Schule Shorebreak (www.shorebreak.pt). Ich habe dort Schüler jeder Altersgruppe. Anfänger und Fortgeschrittene. Und die trainiere ich regelmassig. Ich lade euch alle, die neugierig sind, gerne zu einer Übungsstunde ein.

Wie läuft ein Contest ab?
Ein Contest lauft hauptsächlich folgender maßen ab. Man meldet sich Tage vorher per Email an. Bezahlt am Tag des Contests den Eintritt. Dann kommen die Heats. Jeder Heat ist eine Runde in der 4 Leute gegeneinander antreten. Von den vier kommen nur die besten zwei in die nächste Runde und so geht das bis zum Finale. Jedes Heat ist normalerweise 20 Minute lang. In den 20 Minuten darf jeder maximal 10 Wellen nehmen und davon wird jede Welle mit einer Punktzahl von 1-10 bewertet. In der 10 das Beste ist und nur die Punktzahl von den zwei besten Wellen wird gezählt um weiter zu kommen. Dabei werden die Punke verteilt für die Größe der Welle, wie kritisch die Tricks auf der Welle gemacht werden und wie sauber man die Welle fährt.

Wie sind Deine Erfahrung mit anderen Profi Bodyboardern?

Meine Erfahrung mit anderen Pro Bodyboardern ist sehr positiv. Hier in Sintra findet einmal im Jahr die Weltmeisterschaft statt, wo die besten der Welt jedes Jahr hinkommen und man zwei Wochen lang Zusammen trainieren kann. Auf dem Wasser sind kaum Rivalitäten unter den Profis zu sehen. Doch im Wasser, während der Heats wird es ernst, dann surfen die gegeneinander als ob sie sich nicht kennen würden. Mittlerweile hab ich mich gut mit Jeff und Dave Hubbard, sowie Amaury Laverne, befreundet und trainiere mit denen zusammen wenn wir gemeinsame auf Wettkämpfe sind. Die bezeichnen mich als den deutschen Portugiesen… was die Leute nicht mehr so überrascht, da schon andere sehr gute Talente aus Deutschland kamen. So zum Beispiel Joana Schenker, Pablo und Yamir Prieto usw…
Jeder Contest ist eine gute Gelegenheit alte Freunde wieder zu treffen.

Was willst Du noch erreichen? Was sind Deine Träume?
Meine Ziele sind auf jeden Fall meine Bodyboard Schule weiter zu entwickeln und dabei mit so vielen Leuten wie möglich meine Leidenschaft am boarden zu teilen und meine Erfahrungen weiter geben zu können. Ich habe vor, so viele reisen wie möglich um die Welt zu machen, um neue Kulturen kennen zu lernen und Erfahrungen zu sammeln. Im bodyboarden habe ich auch noch vor ein paar Titel zu sammeln. Mein Traum wäre natürlich genug Sponsoren zu bekommen um bei allen IBA Weltmeisterschaften teilnehmen zu können. Es wäre ein großer Traum von mir nur vom bodyboarden leben zu können.

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Was würdest Du jemanden Empfehlen der auch ein professioneller Bodyboarder werden möchte?
Ich würde denjenigen Empfehlen hart zu trainieren. So viele Stunden wie möglich im Wasser zu verbringen. Die Motivation nie zu verlieren, egal wie schlecht die Wellen sind und wie kalt das Wasser auch ist oder wie weit man fahren muss um wellen zu bekommen. Ansonsten ist es auch sehr wichtig, sehr viele bodyboard Videos anzuschauen. Auch die Kleinigkeiten in Slow Motion beobachten! Sehr wichtig ist auch sich selber filmen zu lassen und dann zu Hause zu lernen wie man sich verbessern kann. Man muss dabei lernen Kritik akzeptieren zu können. Sehr wichtig ist auch immer Bescheiden zu bleiben.

Möchtest Du unseren Lesern noch was mit auf den Weg geben?
Ich Möchte mich gerne bei dir, Alex, und Bodyboarder.de für den ganzen Support bedanken. Und ich halte euch auf dem laufenden darüber was sich im bodyboarden abspielt.

Danke Nic, für Deine Zeit und die ausführlichen Antworten. Wir freuen uns schon demnächst noch mehr von Dir zu hören und zu sehen.

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